Fest im Lebenskampfe steht, wer auf Axolotl geht!


Der Werbespruch steht in der Regieanweisung zu der 4. Szene des 1. Akts des Hauptmann von Köpenick (Zuckmayer, C. (1977). Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen in drei Akten. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch. S. 31). Bekanntlich war Wilhelm Voigt, der spätere "Hauptmann von Köpenick", gelernter Schumacher. In dieser Szene bewirbt sich Voigt um eine Arbeitsstelle in der Schuhfabrik Axolotl und wird abgewiesen, weil er keinen Militärdienst absolviert hat und keinen Pass besitzt. (Den Pass bekommt Voigt nicht, weil er keine Arbeit hat. Aus diesem Teufelskreis versucht Voigt später auszubrechen, indem er zunächst in ein Passamt einbricht und nach Verbüßen der darauffolgenden Haftstrafe schließlich als Hauptmann verkleidet das köpenicker Rathaus besetzt, das aber, wie sich herausstellt, keine Passstelle hat.) In der Regieanweisung zu Beginn der Szene wird der Raum beschrieben:

"Personalbüro der Engros-Schuhfabrik 'Axolotl'. Reklamebilder mit dem Firmentier in verschiedensten Variationen an den Wänden: "Tragt Axolotl" -- "Axolotl-Halbschuhe sind die besten! Jedes Paar 12 Mark 50!" -- "Axolotl, der schicke Großstädter-Stiefel!" -- "Fest im Lebenskampfe steht, wer auf Axolotl geht!" -- "Gutachten bedeutender Wissenschaftler über die durch Axolotl wiedergewonnene Normalfußform!" -- "Bequem, billig, haltbar" -- und so weiter. Im Hintergrund Glastüren, durch die man reihenweise Tippmädchen an langen Bürotischen sitzen sieht und Maschinengeklapper hört. Im Vordergrund Prokurist Knell und Herr Hirschberg einander gegenüber an Schreibtischen hinter einer Holzschranke, ähnlich wie in einem Polizeibüro. Knell unterschreibt Anstellungsverträge, hinter ihm steht ein junges Mädchen, das ihm die Papiere aus Mappen zureicht und die unterschriebenen an sich nimmt. Hirschberg sitzt rechnend über Lohnlisten."

Letzte Änderung: 4. September 2002